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Angst vor der ehe - kennt das wer?

4. Mai 2016 um 13:48

Hallo liebe Com, mir liegt etwas am Herzen, wobei ich unbedingt Rat bzw. Auskunft benötige. Meine Freundin und ich sind nun seit über 10 Jahren ein Paar. Letztes Jahr am Valentinstag habe ich ihr die Frage aller Fragen gestellt, welche sie natürlich freudestrahlend bejahte. Mitte Juni werden wir heiraten. Ich liebe meine Freundin über alles auf der Welt, es könnte nichts wertvolleres für mich geben. Von Freundin und Verwandten werden desöfteren als "Traumpaar" bezeichnet, da wir sogar nach all den Jahren immer noch wie ein frisch verliebtes Pärchen wirken und wir einen extrem liebevollen Umgang pflegen. Aber wo Sonne, da auch Regen. Meine Freundin hat nach ihrem Studium zur Betriebswirtin eine Stelle in der Gastronomie angenommen, musste diese wegen Burnout und einhergehenden Magenproblemen im Oktober letzten Jahres allerdings aufgeben. Sogar ich habe sie dazu gedrängt. Hinterher ist sie dann in eine Depression gefallen, war auch 6 Wochen in klinischer Behandlung deswegen. Sie befindet sich mittlerweile spürbar auf dem Weg der Besserung, aber natürlich ist mir klar, dass die Genesung noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. In der Gesamten Zeit habe ich sie gestützt, sowohl emotional als auch finanziell, habe dies gerne getan und würde es auch ohne zu zögern wieder so machen. Jetzt, wo es "ernst" wird, also die Hochzeit vor der Tür steht, merke ich allerdings, wie sich gewisse Ängste in mir melden. Was ist, wenn alles NOCH schlimmer wird? Was ist, wenn sie sich durch ihre Depression oder sogar die Genesung verändert (zum Negativen)? Wie belastbar bin ich selbst in diesen Dingen? Aktuell würde ich sagen, die Situation hat uns noch viel mehr zusammen geschweißt als wir vorher waren, aber TROTZDEM habe ich einfach Angst! Kann mir das jemand erklären oder einen Rat geben? Danke mfg cursor86

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5. Mai 2016 um 12:10

Ganz normal!
also deine Ängste kann ich persönlich sehr gut verstehen. aber wenn du mal tief in dich gehst und auf deine stimme horchst kennst du auch schon die Antwort auf alle Fragen und Ängste. nach der Hochzeit selber wird sich nichts verändern. viele erwarten ein völlig neues, besseres Leben. Fakt ist, es ist eine Zeremonie und eine Unterschrift. mehr nicht. emotional natürlich viel mehr, klar. aber es bedeutet auch das man sich klar ist den Partner zu lieben mit allen Höhen und tiefen und seien die tiefen noch so tief, man steht bei einander ohne Kompromisse und ohne etwas dafür zurück zu verlangen. Zweifel und Ängste und auch lange Durst strecken sind ganz normal und binden umso mehr wenn man sie überwunden hat. gib deiner zukünftigen dieses Gefühl und sie wird sich leichter fühlen weil sie sicher ist das du sie auffängst wenn sie wieder fällt. ich wünsche euch eine tolle hochzeit und eine gesunde und glückliche ehe! Lg

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6. Mai 2016 um 11:11

"Wie belastbar bin ich selbst in diesen Dingen?"
Das erkennt man erst dann, wenn man drin steckt. Und du hast ja schon mal erlebt, dass du eine so schwierige Situation mit deiner Partnerin gemeistert hast und dass euch das sogar enger zusammen gebracht hat. Ich finde, das sind eigentlich tolle Voraussetzungen, weil ihr nicht nur eine "Schönwetter-Beziehung" erlebt habt, sondern euch auch schon mal durch Schwierigkeiten durchgearbeitet habt.

Es ist wirklich so, dass man manchmal nicht ahnt, welche Kräfte in einem stecken. Die aktiviert man erst dann, wenn sie benötigt werden. Der erste Schock, wenn eine schwierige Situation eintritt, ist meistens nicht zielführend, erst im konkreten Angehen merkt man, dass man Stück für Stück doch die Kraft hat, dies zu bewältigen. Es ist aber auch vollkommen normal, Angst zu haben, denn solche Situationen sind ja gerade davon gekennzeichnet, dass man sie kaum einschätzen kann. Man "schwimmt" ein wenig. Aber weißt du, das ist das Leben. Das ist die Erfahrung, dass eben nicht alles kontrollierbar ist und wir nicht von allem einen Plan haben können. So etwas zu erleben und es zu überleben hilft auch, irgendwann eine gewisse Gelassenheit zu entwickeln.

Nichtsdestotrotz heißt es natürlich nicht, dass du permanent über deine eigenen Grenzen latschen sollst. Es ist, gerade im Zusammenleben mit einem depressiven Menschen, absolut notwendig, sich darüber klar zu werden, wo die eigenen Grenzen liegen, und dies auch zu kommunizieren. Das ist dann kein Abwenden vom Partner, sondern gesunder Selbstschutz. Wenn du den nicht betreibst, kann es auch für die Partnerschaft gefährlich werden, entweder, weil auch du zusammenklappst oder weil du irgendwann deiner Partnerin vor die Füße kotzt, was du alles für sie getan/worauf du verzichtet hast. Es ist dein gutes Recht, deine Grenzen zu ziehen und dafür einzustehen.

Ich glaube aber, dass ihr erst einmal guten Anlass zur Hoffnung habt. Deine Partnerin ist über eine sehr spezielle Situation depressiv geworden/hat ein Burnout entwickelt, nämlich aufgrund zu hoher Arbeitsbelastung. Wenn sie die Behandlung und die Reflexion dieser Situation gut für sich nutzt, wird sie ebenfalls erkennen, wo ihre eigenen Belastungsgrenzen sind und zukünftig dafür sorgen, dass sie rechtzeitig vorher Gegenmaßnahmen einleitet. Diese Entwicklung wäre dann bereichernd für sie und letztlich auch für eure Partnerschaft.

Grundsätzlich ist es natürlich so, dass sich Menschen verändern. Ob das positiv oder negativ, der Partnerschaft zuträglich ist oder nicht, das kann man nie vorher sehen. Man kann es dann jeweils nur dann entscheiden und darauf reagieren, wenn es so weit ist. Aber auch das ist das Leben. Erst einmal ist anzunehmen, dass ihr euch in den zehn Jahren so gut kennen gelernt habt, dass das Wesentliche eurer Persönlichkeiten bekannt ist. Also: Nicht so viel Sorgen. Lass dich von deiner Angst nicht überrollen. DASS man vor einem so einem Schritt wie einer Hochzeit noch mal grundsätzlich nachdenkt, das ist ein Stück weit normal. Es soll ja kein "Schaun mer mal" werden, sondern möglichst ein "Ja" füreinander und für eure Zukunft.

Ich wünsche euch alles erdenklich Gute!

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6. Mai 2016 um 14:52

Nicht aufgeben...
Aus Sicht einer Mutter, die Depressionen hat und ich selber Braut bin, kannich dir den Tip geben, fang sie auf und unterstütze sie. Mach dir nicht so viele Gedanken darüber, wie sich das als Ehepaar entwickelt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass meine Tochter eigentlich nur Geborgenheit und eine Schulter brauchte, um ihre Depressionen im Griff zu haben. Wenn sie sich geborgen und sicher, geliebt fühlt ist alles gut. Wenn sie noch nocht in Behandlung ist, sollte sie das in Anspruch nehmen. Das hilft super. Ich hatte auch mal voe einigen Jahren meinen Job verloren nach zehnjähriger Zugehörigkeit. Hatte dann geklagt auf Abfindung. Dieses hat mich so runtergezogen, dass auch ich depressiv wurde. Ich war 9 Monate bei einem Psychotherapeuten, der mir super geholfen hat. Heute bin ich verlobt und in drei Wochen werde ich heiraten. Nehme zwar noch Jeden Tag ne Tablette gegen meine Krankheit, habe sie aber so auch total unter Kontrolle. Meiner Tochter geht es auch super damit. Man muss nur rausfinden, welche Dosis einem hilft. Dabei kann der Artz helfen. Lebt euer gemeinsames Leben wie bisher. Liebt euch und steht zu einander, dann klappt das.Ich wünsche euch alles erdenkliche Gute.

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9. Mai 2016 um 13:58
In Antwort auf csilla_12936201

Ganz normal!
also deine Ängste kann ich persönlich sehr gut verstehen. aber wenn du mal tief in dich gehst und auf deine stimme horchst kennst du auch schon die Antwort auf alle Fragen und Ängste. nach der Hochzeit selber wird sich nichts verändern. viele erwarten ein völlig neues, besseres Leben. Fakt ist, es ist eine Zeremonie und eine Unterschrift. mehr nicht. emotional natürlich viel mehr, klar. aber es bedeutet auch das man sich klar ist den Partner zu lieben mit allen Höhen und tiefen und seien die tiefen noch so tief, man steht bei einander ohne Kompromisse und ohne etwas dafür zurück zu verlangen. Zweifel und Ängste und auch lange Durst strecken sind ganz normal und binden umso mehr wenn man sie überwunden hat. gib deiner zukünftigen dieses Gefühl und sie wird sich leichter fühlen weil sie sicher ist das du sie auffängst wenn sie wieder fällt. ich wünsche euch eine tolle hochzeit und eine gesunde und glückliche ehe! Lg

Danke
Vielen herzlichen Dank für euer Verständnis und eure Zusprüche. Das hilft mir, mich in meinem Bauchgefühl noch zu bestärken und positiv in die Zukunft zu sehen.

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Angst vor der ehe - kennt das wer?
Von: cursor86
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4. Mai 2016 um 13:48
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