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Ehevertrag: Gütertrennung und Unterhaltsverzicht??

23. April 2017 um 11:46

Ich (30) brauche dringend Rat:

Mein Liebster (35) und ich sind seit September verlobt. Für mich hätten wir mit der Hochzeit sogar noch etwas warten (und mehr sparen) können, aber er wollte auf jeden Fall verheiratet sein bevor Kinder kommen und die sind in Planung.

Ich gehe Vollzeit arbeiten. Er arbeitet 35 Std./Woche. Unterm Strich verdient er etwas mehr ( ca. 20%) als ich. Zudem hat er vor Kurzem den elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb übernommen, den er nach der Arbeit noch bewirtschaftet. Wir wohnen in seinem Haus (Eigentum); ich zahle ihm aber Miete.

Nun hatte ich mich schon vor Monaten bereit erklärt, einen Ehevertrag zu unterschreiben, der Falle einer Trennung das Betriebsvermögem schützt. Ich teilte ihm mit, dass wir das gerne über eine modifizierte Zugewinngeinschaft tun können. Ich sagte aber auch, dass Versorgungsausgleich und Unterhalt unberührt bleiben sollen und ich keinen Vertrag unterschreiben werde, den sich nicht nochmal meine Anwältin angesehen hat.

Monatelang habe ich mehrmals daran erinnert, dass er sich um unseren Beratungstermin bei seinem Anwalt kümmern soll. Hat er nicht getan.

Jetzt kommt er 13 Tage (!!) vor unserer Hochzeit zu mir und sagt, er hätte schonmal alleine mit seinem Anwalt gesprochen. Dieser empfielt "und" (das ich nicht lache) in beiderseitigem Interesse (was sonst?) Gütertrennung und Unterhaltsverzicht. Und mein Verlobter steht dahinter.

Fakt ist: Nicht jede Frau würde das Leben hier so mitmachen. Wir sehen uns kaum. Montags-Samstags erst abends ab 22 Uhr. Der Sonntag ist dann etwas besser, da macht er nachmittags Feierabend. Ich halte ihm dem Rücken frei und führe neben meiner Arbeit den Haushalt. Um zukünftige Kinder werde ich mich nahezu alleine kümmern müssen. Ich bin für ihn aus meiner Heimat fort auf den Hof gezogen. Ich treibe am Wochenende mit ihm Vieh und lasse mich dabei von meinem Schwiegervater in Spe anschreien, weil ich das noch nicht gut genug kann. Ich miste ab und zu auch mit aus. Und in Zukunft soll ich die Buchhaltung des Betriebs übernehmen.

Ich habe mich mit all dem arrangiert. Und ich verstehe, dass mein Verlobter und sein Vater den Hof absichern wollen. Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass ich hier unter zeitlichen Druck gesetzt übers Ohr gehauen werden soll!!

Ich bitte um Rat und Meinungen! Mit meiner Familie und Freunden will ich darüber nicht sprechen. Ich möchte in 2 Wochen auf meiner Hochzeit nicht, dass alle eine Wut auf den Bräutigam haben.

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23. April 2017 um 16:46

Gütertrennung würde ich persönlich nicht vereinbaren, wenn Kinder geplant sind und relativ sicher fest steht, dass einer von euch beiden für die Kindererziehung beruflich kürzer treten wird. Dass der hof geschützt werden soll, ist ein ganz anderes Thema, das ich verständlich finde, aber das siehst du ja ebenfalls so. 

Ich kann dir nur raten, deinen anwalt dazu zu holen damit ihr eine Lösung finden könnt, mit der du dich auch wohl fühlst.
Mit deinem verlobten sprechen und ihm deine bauchschmerzen diesbez. Erklären und dir anhören was er dazu sagt, ist aber auf jeden Fall auch wichtig denn ihr müsst ja schließlich eine Lösung finden. 

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25. April 2017 um 17:14
In Antwort auf julepuenktchen

Ich (30) brauche dringend Rat:

Mein Liebster (35) und ich sind seit September verlobt. Für mich hätten wir mit der Hochzeit sogar noch etwas warten (und mehr sparen) können, aber er wollte auf jeden Fall verheiratet sein bevor Kinder kommen und die sind in Planung.

Ich gehe Vollzeit arbeiten. Er arbeitet 35 Std./Woche. Unterm Strich verdient er etwas mehr ( ca. 20%) als ich. Zudem hat er vor Kurzem den elterlichen landwirtschaftlichen  Betrieb übernommen, den er nach der Arbeit noch bewirtschaftet. Wir wohnen in seinem Haus (Eigentum); ich zahle ihm aber Miete.

Nun hatte ich mich schon vor Monaten bereit erklärt, einen Ehevertrag zu unterschreiben, der  Falle einer Trennung das Betriebsvermögem schützt. Ich teilte ihm mit, dass wir das gerne über eine modifizierte Zugewinngeinschaft tun können. Ich sagte aber auch, dass Versorgungsausgleich und Unterhalt unberührt bleiben sollen und ich keinen Vertrag unterschreiben werde, den sich nicht nochmal meine Anwältin angesehen hat. 

Monatelang habe ich mehrmals daran erinnert, dass er sich um unseren Beratungstermin bei seinem Anwalt kümmern soll. Hat er nicht getan.

Jetzt kommt er 13 Tage (!!) vor unserer Hochzeit zu mir und sagt, er hätte schonmal alleine mit seinem Anwalt gesprochen. Dieser empfielt "und" (das ich nicht lache) in beiderseitigem Interesse (was sonst?) Gütertrennung und Unterhaltsverzicht. Und mein Verlobter steht dahinter. 

Fakt ist: Nicht jede Frau würde das Leben hier so mitmachen. Wir sehen uns kaum. Montags-Samstags erst abends ab 22 Uhr. Der Sonntag ist dann etwas besser, da macht er nachmittags Feierabend. Ich halte ihm dem Rücken frei und führe neben meiner Arbeit den Haushalt. Um zukünftige Kinder werde ich mich nahezu alleine kümmern müssen. Ich bin für ihn aus meiner Heimat fort auf den Hof gezogen. Ich treibe am Wochenende mit ihm Vieh und lasse mich dabei von meinem Schwiegervater in Spe anschreien, weil ich das noch nicht gut genug kann. Ich miste ab und zu auch mit aus. Und in Zukunft soll ich die Buchhaltung des Betriebs übernehmen. 

Ich habe mich mit all dem arrangiert. Und ich verstehe, dass mein Verlobter und sein Vater den Hof absichern wollen. Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass ich hier unter zeitlichen Druck gesetzt übers Ohr gehauen werden soll!!

Ich bitte um Rat und Meinungen! Mit meiner Familie und Freunden will ich darüber nicht sprechen. Ich möchte in 2 Wochen auf meiner Hochzeit nicht, dass alle eine Wut auf den Bräutigam haben.

Es kommt darauf an was du willst. Ich selber würde einen Unterhaltsverzicht nur unterschreiben, wenn du nie daheim bleibst oder deine Arbeitszeit drastisch redzuierst. Auf Kindesunterhalt würde ich sowiso nie verzichten.
Willst du den was von dem Hof? Wenn nicht, dann kannst du das ganze ja unterschreiben (ich würde dann allerdings an deiner Stelle nicht mehr groß mitarbeiten, wenn du dafür nichts bekommst.. ausser es gefällt dir natürlich und du machst es gerne unentgeltlich).
Warum muss den das ganze jetzt vor der Hochzeit gereglet werden? Einen Ehevertrag kann man doch auch im Nachhinein machen?

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26. April 2017 um 16:59
In Antwort auf goldschatz89

Es kommt darauf an was du willst. Ich selber würde einen Unterhaltsverzicht nur unterschreiben, wenn du nie daheim bleibst oder deine Arbeitszeit drastisch redzuierst. Auf Kindesunterhalt würde ich sowiso nie verzichten.
Willst du den was von dem Hof? Wenn nicht, dann kannst du das ganze ja unterschreiben (ich würde dann allerdings an deiner Stelle nicht mehr groß mitarbeiten, wenn du dafür nichts bekommst.. ausser es gefällt dir natürlich und du machst es gerne unentgeltlich).
Warum muss den das ganze jetzt vor der Hochzeit gereglet werden? Einen Ehevertrag kann man doch auch im Nachhinein machen?

Auf Kindesunterhalt kann man nicht verzichten. Weil der fürs Kind ist. 

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26. April 2017 um 17:12
In Antwort auf orchideenblatt

Auf Kindesunterhalt kann man nicht verzichten. Weil der fürs Kind ist. 

Doch meine Mama hat damals auch darauf verzichtet.

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26. April 2017 um 17:24
In Antwort auf goldschatz89

Doch meine Mama hat damals auch darauf verzichtet.

Wenn sie das so mit deinem Vater ausgemacht hat - selber schuld. Aber das wäre Unterhalt gewesen, der ihr für dich zugestanden hätte. Selbst wenn sie ihn nicht gebraucht hätte, dann hätte sie ihn für dich sparen können, eigentlich müssen. Z.B. pro Monat 300 Euro*12 Monate**18 Jahre = 64.800 Euro. Schade, das hätte dein Geld sein können. 
Vom Gesetzgeber sind beide Elternteile unterhaltspflichtig bis das Kind 18 ist oder auch länger, wenn es sich dann noch in Studium oder Ausbildung befindet. 

https://www.kindesunterhalt.net/verzicht-auf-kindesunterhalt-ist-nichtig/

​Eigentlich hat deine Mutter also auf Geld verzichtet, das ihr gar nicht gehört. 

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26. April 2017 um 18:30

Wenn Du unbedingt in 10 oder 20 Jahren - je später desto schlimmer wirds, kann ich nur aus eigener Erfahrung aus meinem Umfeld sagen - ohne einen Cent, ohne Wohnung, ohne Geld und ohne Existenzgrundlage da stehen willst: Bitte schön, dann heirate! Aber es gibt ja auch eine ganz weibliche Alternative: Geh fröhlich in die Hochzeit hinein und unterschreibe gar nix! Überhör es einfach. Es besteht überhaupt kein Grund, das schon vor der Hochzeit im Hau-Ruck-Verfahren durchzuziehen. Einen Ehevertrag kannst Du auch danach noch aufsetzen. Und dann würde ich ihn aber gewaltig zappeln lassen. Ich fürchte nur, so wie Du Dich schon bis jetzt untergeordnet hast, hast Du nicht den Mut dazu. Aber entscheidend ist: Es muss gar nichts VOR der Hochzeit geschrieben sein. Damit bleibt das Risiko ganz auf seiner Seite.

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26. April 2017 um 19:00
In Antwort auf orchideenblatt

Wenn sie das so mit deinem Vater ausgemacht hat - selber schuld. Aber das wäre Unterhalt gewesen, der ihr für dich zugestanden hätte. Selbst wenn sie ihn nicht gebraucht hätte, dann hätte sie ihn für dich sparen können, eigentlich müssen. Z.B. pro Monat 300 Euro*12 Monate**18 Jahre = 64.800 Euro. Schade, das hätte dein Geld sein können. 
Vom Gesetzgeber sind beide Elternteile unterhaltspflichtig bis das Kind 18 ist oder auch länger, wenn es sich dann noch in Studium oder Ausbildung befindet. 

https://www.kindesunterhalt.net/verzicht-auf-kindesunterhalt-ist-nichtig/

​Eigentlich hat deine Mutter also auf Geld verzichtet, das ihr gar nicht gehört. 

Sie haben eine andere Vereinbarung getroffen. Ich habe damit nur gemeint, dass Frau/Mann darauf verzichten kann. Es ist klar, dass einem das Geld zusteht und man nicht darauf verzichten sollte.

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9. Mai 2017 um 14:17

Ich würde auch auf alles verzichten ausser Anspruch auf Unterhalt und Ausgleich der Rentenzeit. Das er den Betrieb schützen will ist ja legitim, aber das andere nicht.
Mich würde interessieren wie er das rechtfertigt, dich dazu zu bringen auch darauf zu verzichten?

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18. Mai 2017 um 14:27

Unterhaltsverzicht ist rechtswidrig sobald Kinder im Spiel sind. Heißt, im Falle der Trennung wäre der Ehevertrag dann nur noch das Papier wert, auf dem er geschrieben ist.

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