Forum / Hochzeit

Er will nur heiraten wenn...

Letzte Nachricht: 17. März um 20:54
Q
quackberry
13.03.22 um 13:31

Mein Partner und ich (beide Ü30) sind knapp 4 Jahre ein Paar. Natürlich kam das Thema Hochzeit und Kinder hin und wieder auf. Vor längerer Zeit hatten wir ein Gespräch, in dem wir uns eigentlich einig waren, dass wir erst heiraten sollten, wenn ein Haus oder Kinder geplant sind. Die Kinderplanung war eigentlich auch für diesen Mai angesetzt gewesen, musste aber aus beruflichen Gründen nun verschoben werden. Nun ist es so, dass mein Partner überhaupt nicht auf die Idee kam, mir die nächste Zeit einen Antrag zu machen. Ich fragte ihn vor kurzem, wann er überhaupt vorgehabt hätte, zu heiraten. Da zuckte er nur mit den Schultern und meinte "Na wenn du schwanger bist". Dieser Satz traf mich nicht direkt, denn eigentlich war es ja so vereinbart....aber in der Nacht kamen dann meine Zweifel und seitdem fühle ich mich ungeliebt. Als wäre ich nur zum heiraten geeignet, wenn ich irgendwas erfülle, wie eine Immobilie kaufen oder schwanger zu sein. Seine Sicht ist, dass es für ihn keinen Unterschied in der Beziehung macht ob verheiratet oder nicht. Wichtig wäre es für ihn tatsächlich nur bei Schwangerschaft oder Immobilienerwerb. Aber obwohl die Planung ja unmittelbar bevorstand, machte er sich keine Gedanken darüber. Irgendwie tut es weh, auch wenn meine Denkweise zu Beginn die gleiche war. Aber irgendwie hätte ich es schöner gefunden, einen Partner zu haben, der auch ohne das alles mich heiraten wollen würde und keinen Grund braucht, einen Antrag zu machen.

Was meint ihr denn dazu? Könnt ihr nachvollziehen, dass ich mich derzeit etwas ungeliebt fühle oder meint ihr, dass er und seine rationale Sicht absolut korrekt ist? Ich brauche echt andere Meinungen dazu, die mir vielleicht auch die Augen öffnen oder Denkanstöße geben.

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D
deflorin
16.03.22 um 13:13

Was ich nicht ganz verstehe, ist warum du überhaupt einen Antrag erwartest um ehrlich zu sein. Ihr habt ja längst vereinbart, DASS ihr heiraten werdet, sobald nötig. Weshalb braucht da noch jemand den anderen fragen? Ihr wisst ja schon voneinander, dass ihr ja sagt?!

Das Problem ist anscheinend folgendes: Ihr habt am Anfang beide die rationale Haltung eingenommen bei diesem Thema - nämlich, dass es bei der Ehe in erster Linie darum geht, sich vertraglich abzusichern. Das macht Sinn wenn Geld investiert wird und oder grosse Verantwortung aufgenommen wird.
Nun hast du im Laufe der Zeit deine Meinung geändert und hast auch durchaus romantische Erwartungen an eine Hochzeit entwickelt. Du verbindest es neu auch mit Liebe und Gefühlen. Diese neue Haltung projizierst du unterbewusst auf deinen Partner, also du denkst, weil das deine Ansicht ist, ist es auch seine und bildest dir nun ein, dass er dich nicht genug liebt. Dabei hat er seine Ansicht wahrscheinlich aber nicht geändert und somit ist Heiraten für ihn weiterhin etwas, das man nicht in erster Linie aus Liebe sondern aus Vernunft tut. Daher sieht er wohl keinen Grund, das 1. voreilig und 2. übermässig kitschig (=um Hand anhalten) zu erledigen.

Hast du denn mit ihm darüber gesprochen, dass du enttäuscht bist? Was war seine Reaktion?

Kann es sein, dass sonst noch etwas nicht ganz stimmt bei euch, dass dich der ausbleibende Antrag gleich so fühlen lässt? Etwas das du noch nicht bewusst wahrgenommen hast?

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Q
quackberry
17.03.22 um 20:54

Vielen Dank für deine ausführliche und sehr interessante Antwort. Ich versuche auch immer, mein Verhalten zu reflektieren und ich denke, du hast vollkommen Recht mit dem was du schreibst. Der letzte Punkt ist mir tatsächlich nicht bewusst aber auch darüber werde ich mir noch Gedanken machen.

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