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Große Probleme: Deutsche + Kubaner = Dänemark

10. Dezember 2007 um 14:29

Hallo! Ich benötige mal ein Meinungsbild und im Allgemeinen Tipps zum weiteren Vorgehen, damit ich auch ja nix falsch mache:

Zunächst mal: Ich bin Deutsche, 22 Jahre alt, Studentin und wohnhaft in Brandenburg. Mein zu-künftiger Mann ist Kubaner, 28 Jahre alt, Informatiker und mit einem Visum, das ihn zum Besuch eines Sprachkurses in München berechtigt, eingereist. Wir haben uns in München kennengelernt, er hat den Sprachkurs abgebrochen (Womit doch dann sicherlich sein Aufenthaltstitel erloschen ist?) und ist zu mir in meinen Nebenwohnsitz nach Berlin gezogen.

Irgendwann ist uns aufgefallen, dass ein Aufenthaltstitel ja zum 1. März endet und wir uns Gedan-ken machen sollten, wies danach weitergeht. Fest steht, egal was wird, wir bleiben zusammen!
1. Möglichkeit: Ausreise zurück nach Kuba: Kommt nicht in Frage, da gegen ihn ein rechtkräftiges Urteil vorliegt, da er sich angeblich negativ über die Revolution geäußert haben soll. Sprich wenn er da einreist, ist er sofort weg vom Fenster.
2. Möglichkeit: Asyl. Keine wirkliche Möglichkeit, da m. E. für Kubaner kein Asyl gibt. Wenn das abgelehnt wird, wird er abgeschoben. Spätestens wenn er mit nem abgelehnten Asylantrag zurück nach Kuba kommt, ist er politisch verfolgt und er ist wieder weg vom Fenster...
3. Möglichkeit: Illegalität in Deutschland. Auch keine wirkliche Möglichkeit, denn aufgrund der nicht vorhandenen Möglichkeit ein "normales" Leben zu führen (keine Arbeitserlaubnis, keine soziale & gesundheitliche Absicherung, bei Abschiebung mehrere Jahre Einreiseverbot für die EU), würde auch das uns unglücklich machen.
4. Möglichkeit: neuer Aufenthaltstitel. Schwierig, denn um ein neues Visum beantragen zu können, muss man ausgereist sein. Ausreise nach Kube = Knast.
5. Möglichkeit: Kind anerkennen. Visum zum Familiennachzug beantragen. Problem: ich bin nicht schwanger...
6. Möglichkeit: Ehe!

Gut, da wären wir nun also: EHE! Aufgrund der zeitlichen Knappheit und der unglaublichen Kos-ten, die mit der Erbringung der Unterlagen hier in Deutschland im Zusammenhang steht, haben wir uns für eine Ehe in Dänemark entschieden.

Notwendige Unterlagen seitens des zukünftigen Ehemannes sind: Pass, Visum/Aufenthaltstitel, Geburtsurkunde mit Übersetzung, Aufenthaltsbescheinigung und Scheidungsurkunde mit Überset-zung.

Problem Scheidungsurkunde: Diese muss im Land der Scheidung (Kuba) vom Innenministerium, vom Außenministerium (Minrex) und von der deutschen oder dänischen Botschaft legalisiert wer-den.

Um die ganze Organisation und die Anerkennung der Unterlagen insb. der Scheidungsurkunde kümmert sich eine Agentur. Diese Bekommt von mir - da es sich noch um eine "normale" und kei-ne "Blitzehe" handelt "nur" 480 (190 pro Person + 1 x 100 für eine Scheidungsurkunde). Dazu kommen dann noch 70 Heiratsgebühr und 120 für die Legalisierung der Heiratsurkunde beim dänischen Außenministerium. An- & Abreise, Unterkunft, Brautkleid, Ringe, ... Alles extra!

Je nachdem wie wichtig einem eine "zügige" Heirat ist, sollte man entsprechend flexibel bei der Wahl des Standesamtes und der Termins sein.

Zu beachten ist, dass eine Namensänderung (gemeinsamer Ehename) nach dänischem Recht nicht möglich ist. Dies kann aber in Deutschland nachgeholt werden.

Praktischer Weise, sind Trauzeugen nicht notwendig. Diese können vom Standesamt kostenfrei gestellt werden.

Gemäß dänischer Botschaft ist die Eheschließung in Deutschland auch rechtskräftig.

Wenn man dann wieder in der Heimat ist, ist es aber nicht getan: Anmeldung der Eheschließung und Namensänderung, Antrag auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis, Abschließen einer Kran-kenversicherung. Ist wohl noch mal ein bisschen gerenne...

An einen Ehevertrag haben wir auch gedacht. Dieser beinhaltet die Gütertrennung, den Aus-schluss nachehelichen Unterhalts, den Ausschluss des gesetzlichen Versorgungsausgleichs und erbrechltiche Regelungen. Alles unter der Vereinbarung der auflösenden Bedingung, dass ein Kind geboren wird und ein Elternteil seinen Beruf aufgibt oder nur noch teilweise ausführt.

Gut, das ist jetzt alles was ich weiß und was ich denke beachten zu müssen...

Ich hab echt Panik, dass das ganze letztendlich an einer Formsache scheitert! Ich hoffe, ihr habt noch ein paar Hinweise für mich. Und wenns nur ist, dass ihr mir sagt, dass es schon klappen wird!

Vielen, vielen Dank vorab!

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12. Dezember 2007 um 8:54

Neuer Plan...
Gut, also wir haben uns seit meinem letzten Beitrag weiter informiert und nun fällt die Ehe in Dänemark flach, nicht etwa, weil die Ehe nicht anerkannt werden würde, sondern weil die zuständige Ausländerbehörde in Deutschland sich dann hintergangen fühlen könnte und meinen "Dann-Mann" ausweisen könnte, damit er in seiner Heimat einen Antrag auf Ehegattennachzug/ Familienzusammenführung stellt. Das ist dann gleich mal richtig teuer und kostet zudem noch ne menge zeit und nerven. DAS WOLLEN WIR NICHT!

Deshalb nun die NEUE FRAGE:

> WELCHE UNTERLAGEN BRAUCHEN WIR, UM IN DEUTSCHLAND ZU HEIRATEN?

> GIBT ES BESTIMMTE SACHEN AN DIE ICH DENKEN MUSS?

> WAS SIND EURE ERFAHRUNGEN?

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14. Dezember 2007 um 11:27

Danke...
Er war schon mal verheiratet, was das ganze Verfahren der Beschaffung von Unterlagen in Kuba nicht gerade vereinfacht...

Eine Freundin (Deutsche, die Jahre lang in Kuba gelebt hat, zurückgekehrt ist und ihren kubanischen Verlobten in Deutschland geheiratet hat) hat mir auch geraten, lieber nicht in Dänemark zu heiraten. Denn dann könnte es passieren, wenn er den neuen Aufenthaltstitel beantragt, dass die deutschen Behörden sich hintergangen fühlen und ihn ausweisen, da er den Antrag in seiner Heimat stellen soll. Dieses Ermessen haben sie wohl ...

Mit unserem Standesamt hab ich telefoniert und gefragt welche Unterlagen wir brauchen. Die haben mich dann an die kubanische Botschaft verwiesen. Als ich denen dann eine Mail geschickt hab, war die Antwort, dass das nur das Standesamt wissen kann... TOLL! Wenn kann ich denn noch fragen Mir gehen langsam die Ideen aus... Ich bin echt am verzweifeln...

Dann hab ich noch mit der zuständigen Ausländerbehörde telefoniert und die haben mich dann erst mal beruhigt. Wenn sein Titel am ablaufen ist, sollen wir hinkommen und wenn wir dann nachweisen können, dass wir ernsthaft heiraten wollen, dann würde er auch eine Verlängerung bekommen. Das wäre unproblematisch und wird in der Regel auch so gemacht.

Da ist mir echt ein Stein vom Herzen gefallen...

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