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Hey an alle hier, (Achtung lang!!!)

4. Dezember 2004 um 14:36

ich bin schon lange Mitglied bei gofem und schreibe heute bewußt unter einem anderen Nick.

Mein Problem ist folgendes:

Ich habe große Spannungen in meiner Ehe und wenn sich nichts ändert trennen wir uns. Ich habe meinem Mann schon lange vorgeschlagen eine Eheberatungsstelle aufzusuchen, denn ich möchte meinen Mann nicht kampflos aufgeben. Er sieht das anders, er bräuchte so einen MIst nicht, sagt er.

Unsere Probleme sind nicht Untreue, oder Affären, oder Geld...
Wir streiten und meistens wegen der Erziehung der Kinder.

Aber mit meinem Mann kann man nicht logisch uber ein Thema diskutieren, er geht immer gleich unter die Gürtellinie und wird sehr sehr verletzend dabei. Er hat bei einer Meinungsverschiedenheit keine Worte, er kann nicht argumentieren und seine Meinung vertreten, er hat das glaube ich nie gelernt.

Er ist vom Gemüt her ein absoluter Choleriker, der sich wegen Kleinigkeiten aufregen und ausrasten kann.

Er würde zwar NIE handgreiflich werden, aber er hat seine Emotionen nicht im Griff und sieht nicht ein, daß unsere Ehe sehr stark darunter leidet.

Er ist ansonsten immer ein leibervoller Ehemann und Papa für die Kinder gewesen. Er hilft im Haushalt und bei der Hausarbeit sind wir beide gleichberechtigt, da ich ja auch arbeite.

Wir haben gemeinsame Interessen und haben uns in der Regel immer sehr gut verstenden und hatten einen großen gemeinsamen Freundeskreis.

Andererseits hat er mich oft "erpresst", er zieht aus, wenn wir uns wegen Kleinigkeiten gestritten hatten (Fernsehprogramm, Weggegehn, Erziehung etc.).

Ein weiteres Problem ist seine ältere Schwester, mit ihr habe ich mcih eigentlich immer sehr gut verstanden und vom Prinzip her kennt sie seine Fehler und seine Schwächen und verteidigt ihn da auch nicht.

Nur wenn ich etwas negatives über ihn sage, ist das fast ein rotes Tuch für sie. Und umgekehrt genauso.

Jetzt hatten wir vor ein paar Tagen einen riesen Streit, seine Schwester war dabei und hat sich dabei eingemischt.Und noch dazu vor den Kindern.

Da bin ich total sauer geworden.

Es ging darum, daß die Kinder ( 6 und 2 Jahre) sich "angezickt" und heftig gestritten haben, als wir am Kaffeetisch saßen, und da hat es mir gelangt, ich habe beide wortlos geschnappt, ohne Agression und jeden in sein Zimmer verfrachtet. Sie sollten jeder eine Auszeit nehmen und sich abreagieren.

Mein Mann und meine Schwägerin reiten darauf herum, daß man daß doch noch nciht mit der kleine machen kann, sie wäre doch noch viel zu klein dafür. Das sehe ich aber nicht so.

Außerdem finde ich, daß sie beide massiv meine Autorität als Mutter in Frage gestellt haben, als mein Mann die kleine einfach wieder aus dem Zimmer herausgeholt hat.

Sie ist nämlich sein ein und alles, und das gleiche gilt für seine Schwester, sie liebt die kleine sehr und sie gewehren ihr immer alles und ich ahbe dann meine Probleme mit ihr, weil sie bockt etc.

Ich möchte nur, daß er beide Kinder gleich behandelt und bei der kleinen einfach konsequenter Grenzen setzt.

Er nimmt das zum Anlaß und sagt schon wieder er will ausziehen und sieht keinen Sinn mehr in unserer Ehe, weil ich ja immer Recht haben will.

Ich weiß nicht mehr weiter, er will zu keiner Erziehungs oder Eheberatung um sich Hilfe zu holen und er kämpft nicht um unsere Beziehung....

Was meint ihr, hat diese Ehe noch eine echte Chance??? Und wenn ja wie??

Bitte nur ehrlich gemeinte Antworten

Danke Eure

mama_chrissi

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7. Dezember 2004 um 15:51

Hey, ich weiß es ist viel Text zu lesen...
aber ich konnte es nicht kürzer erklären!!

Wäre nett, wenn mir eine/r seine/ihre Meinung schreibt.

Danke

chrissi

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7. Dezember 2004 um 16:05

Eine Meile beginnt mit einem Schritt
Liebst du ihn noch?
Liebt er dich noch?
Was ich allerdings eigenartig finde ist, dass man wegen dem Fernsehprogramm mit ausziehen droht; Hm...
Es ist sicherlich wichtig für die Kinder, dass ihr eine gemeinsame Stimme habt, wenn es um Lob und Verbote geht.
Du musst dir überlegen, ob es einen Sinn für dich macht, mit einem Partner zusammenzubleiben, der - zumindest wie du es schilderst - große Kommunikationsprobleme hat. Meiner Erfahrung nach, sind Verwandte und Freunde des Partners keine wirkliche Stütze - warum auch hineinziehen? Das müßt ihr Euch ausmachen.
Ich fände des Weg der Therapie wirklich gut! Wenn er das gar nicht möchte, wirst du wohl abwägen müssen und in dich hineinhorchen. Was ist das eigentliche Problem und wieso äußert sich das so und durch was. Aber alleine kann keine Partnerschaft aufrechterhalten werden, dazu gehören beide!
Ich wünsche dir viel Kraft und triff die Entscheidung mit der du dich stark fühlst!

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8. Dezember 2004 um 19:51

Nur Vermutungen...
Kann ja sein, dass sich dein mann in Diskussionen unterlegen fühlt, weil er dir verbal nicht gewachsen ist. Kann ja sein, dass er sich daher auch in der Therapie in der schlechteren Situation sieht und du deinen Standpunkt besser erklären kannst udn wohlmöglich auch ncoh vom Therapeuten recht bekommst (welche Horrorvorstellung für manchen Ehepartner, dabei bezieht der Therapeut seltenst Position). Kann ja auch sein, dass du insbesondere auch zum Tehrapeuten willst, damit er als Fachmann deine Meinugn bestätigt und Zuhause der Machtkampf bei der Erziehung zu deinem Gunsten ausfällt. Kann sein, dass dein Mann solche oder ähnliche BEdenken hat, kann aber auch nicht sein.
Ich denke auch, dass Euer ein Streit ein Zeichen dafür ist, dass er sich nicht nur im Haushalt, sondern eben auch in der Kindererziehung engagiert und sich da nicht deinen Vorstellungen unterwerfen möchte. Kommunikationsproblem" klingt so nach Defizit, man könnte die Ursache eures Problems auch "Engagement beider Eltern" nennen, klingt schon besser. Vorschlag: kritisiert euch nciht gegenseitig, sondern guckt doch auch mal nach Dingen, die ihr am anderen gut findet. (wie er sie zu Bett bringt, z.B., dass er sie tröstet, wenn du mal gerade keine Zeit hast...). Fangt mal wieder an, nett zueinander zu sein.
Alles Gute,
J.

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8. Dezember 2004 um 20:11
In Antwort auf mamachrissi

Hey, ich weiß es ist viel Text zu lesen...
aber ich konnte es nicht kürzer erklären!!

Wäre nett, wenn mir eine/r seine/ihre Meinung schreibt.

Danke

chrissi

"offtopic"
vlt. schreibst Du Deinen Beitrag nochmal im Forum "Psychologie und Beziehung" - da schauen viel mehr Leute rein...

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14. Dezember 2004 um 17:38
In Antwort auf jaltanien

Nur Vermutungen...
Kann ja sein, dass sich dein mann in Diskussionen unterlegen fühlt, weil er dir verbal nicht gewachsen ist. Kann ja sein, dass er sich daher auch in der Therapie in der schlechteren Situation sieht und du deinen Standpunkt besser erklären kannst udn wohlmöglich auch ncoh vom Therapeuten recht bekommst (welche Horrorvorstellung für manchen Ehepartner, dabei bezieht der Therapeut seltenst Position). Kann ja auch sein, dass du insbesondere auch zum Tehrapeuten willst, damit er als Fachmann deine Meinugn bestätigt und Zuhause der Machtkampf bei der Erziehung zu deinem Gunsten ausfällt. Kann sein, dass dein Mann solche oder ähnliche BEdenken hat, kann aber auch nicht sein.
Ich denke auch, dass Euer ein Streit ein Zeichen dafür ist, dass er sich nicht nur im Haushalt, sondern eben auch in der Kindererziehung engagiert und sich da nicht deinen Vorstellungen unterwerfen möchte. Kommunikationsproblem" klingt so nach Defizit, man könnte die Ursache eures Problems auch "Engagement beider Eltern" nennen, klingt schon besser. Vorschlag: kritisiert euch nciht gegenseitig, sondern guckt doch auch mal nach Dingen, die ihr am anderen gut findet. (wie er sie zu Bett bringt, z.B., dass er sie tröstet, wenn du mal gerade keine Zeit hast...). Fangt mal wieder an, nett zueinander zu sein.
Alles Gute,
J.

Erst einmal danke für deine offene Meinung,
ich denke, daß Du sicherlich in vielen Punkten den Nagel auf den Kopf getroffen hast. Danke nochmal für deine zielsichere Einschätzung.

Aber wobei ich Dir widersprechen muß, ist, daß ich NUR meine Meinung oder Anschauung von einem Therapeuten bestätigt sehen will.

Das stimmt so nicht.

Es geht mir darum Hilfe zu bekommen und gemeinsam nach Lösungen und Kompromissen zu suchen.

Ich habe aber auch gelernt, meinen Mann nicht "totzudiskutieren", sondern ich aktzeptiere und respektiere seine Meinung in sehr vielen Punkten.

Ich glaube aber auch, wenn wir keinen gemeinsamen Nenner in der Erziehung finden, werden wir damit immer Probleme haben werden.

Ein wichtiger Faktor dabei ist auch, daß er z.B. an der großen Tochter drei Jahre kein Interesse hatte und ich in dieser Zeit mit ihr alleinerziehend war. Nachdem ich ihm noch mal eine Chance gegeben habe, kam irgendwann unsere kleine Tochter, und bei ihr hat er von Anfang an alles mitbekommen und verwöhnt sie nun von A-Z. Was ich der großen gegenüber sehr sehr ungerecht finde, da sie lange Jahre gar nichts vom Papa hatte.

Die kleine ist aber sein Schatz, und er unterstützt fast immer nur die kleine, wenn es Streit zwischen den beiden gibt.

Ich werde dadurch oft in eine Rolle gedrängt, die ich gar nicht möchte, nämlich auszugleichen. Ich habe oft ein schlechtes Gewissen, wenn ich zu Recht, mal streng zu der großen bin, weil ich dann immer im Hinterkopf habe, daß der Papa ja schon so oft mit ihr schimpft.

Ein weiteres Problem ist, daß ich nicht damit umgehen kann, daß mein Mann sich bei kleinsten Kleinigkeiten angegriffen fühlt, und sofort "explodiert" (verbal). Er sieht vieles als Angriff, was gar nicht als Kritik gemeint ist.

(aber ich weiß auch, daß er diese Probleme auch im Job hat, da er da auch schon aus selbigen Gründen mit Kollegen aneinander gerasselt ist, deshalb kann es nicht nur an mir liegen.)

Ich liebe ihn sehr, nur ertrage ich diese emotionale Achterbahn nicht. Für ihn ist die Masche mit dem Ausziehen ein Druckmittel und er merkt nicht, wie sehr ich darunter leide und immer mehr abstumpfe.

Ich sage mittlerweile nur noch:" Wenn Du meinst Du mußt ausziehen und hälst es mit mir nicht mehr aus, mußt Du halt ausziehen, dann kann ich Dich nicht mehr halten."

Obwohl mir das in der Seele und im Herz weh tut.

Ich kann aber nicht nur einseitig um eine Ehe kämpfen und ich vermisse da halt doch sehr seinen Einsatz, obwohl er immer beteuert er liebe mich noch sehr.

Ich glaube auch, daß er selbst große Probleme und Schwierigkeiten aus seiner Vergangeheit hat, aber nicht in der Lage ist, diese "anzugehen" und daran positiv zu arbeiten.

Ich habe mittleile für mich (nicht nur wegen meiner Ehe)eine Psychotherapie angefangen, um zu sehen, was ich an mir ändern kann.

Vielleicht kann ich dann neue Wege gehen und in unserer Partnerschaft bewegt sich etwas und ich kann klarer sehen.

Ich sehe das auf jeden Fall als eine Chance.

P.S. Und noch etwas, es wäre vieles einfacher, wenn sich nicht so viele aus unserer Familie (Schwägerin; Schwiegermutter etc.) in unsere Ehe, gefragt oder ungefragt, einmischen würden, denn wie heißt es bekanntlich:" Zu viele Köche verderben den Brei."


Liebe Grüße

Eure Mama


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16. Dezember 2004 um 11:00
In Antwort auf mamachrissi

Erst einmal danke für deine offene Meinung,
ich denke, daß Du sicherlich in vielen Punkten den Nagel auf den Kopf getroffen hast. Danke nochmal für deine zielsichere Einschätzung.

Aber wobei ich Dir widersprechen muß, ist, daß ich NUR meine Meinung oder Anschauung von einem Therapeuten bestätigt sehen will.

Das stimmt so nicht.

Es geht mir darum Hilfe zu bekommen und gemeinsam nach Lösungen und Kompromissen zu suchen.

Ich habe aber auch gelernt, meinen Mann nicht "totzudiskutieren", sondern ich aktzeptiere und respektiere seine Meinung in sehr vielen Punkten.

Ich glaube aber auch, wenn wir keinen gemeinsamen Nenner in der Erziehung finden, werden wir damit immer Probleme haben werden.

Ein wichtiger Faktor dabei ist auch, daß er z.B. an der großen Tochter drei Jahre kein Interesse hatte und ich in dieser Zeit mit ihr alleinerziehend war. Nachdem ich ihm noch mal eine Chance gegeben habe, kam irgendwann unsere kleine Tochter, und bei ihr hat er von Anfang an alles mitbekommen und verwöhnt sie nun von A-Z. Was ich der großen gegenüber sehr sehr ungerecht finde, da sie lange Jahre gar nichts vom Papa hatte.

Die kleine ist aber sein Schatz, und er unterstützt fast immer nur die kleine, wenn es Streit zwischen den beiden gibt.

Ich werde dadurch oft in eine Rolle gedrängt, die ich gar nicht möchte, nämlich auszugleichen. Ich habe oft ein schlechtes Gewissen, wenn ich zu Recht, mal streng zu der großen bin, weil ich dann immer im Hinterkopf habe, daß der Papa ja schon so oft mit ihr schimpft.

Ein weiteres Problem ist, daß ich nicht damit umgehen kann, daß mein Mann sich bei kleinsten Kleinigkeiten angegriffen fühlt, und sofort "explodiert" (verbal). Er sieht vieles als Angriff, was gar nicht als Kritik gemeint ist.

(aber ich weiß auch, daß er diese Probleme auch im Job hat, da er da auch schon aus selbigen Gründen mit Kollegen aneinander gerasselt ist, deshalb kann es nicht nur an mir liegen.)

Ich liebe ihn sehr, nur ertrage ich diese emotionale Achterbahn nicht. Für ihn ist die Masche mit dem Ausziehen ein Druckmittel und er merkt nicht, wie sehr ich darunter leide und immer mehr abstumpfe.

Ich sage mittlerweile nur noch:" Wenn Du meinst Du mußt ausziehen und hälst es mit mir nicht mehr aus, mußt Du halt ausziehen, dann kann ich Dich nicht mehr halten."

Obwohl mir das in der Seele und im Herz weh tut.

Ich kann aber nicht nur einseitig um eine Ehe kämpfen und ich vermisse da halt doch sehr seinen Einsatz, obwohl er immer beteuert er liebe mich noch sehr.

Ich glaube auch, daß er selbst große Probleme und Schwierigkeiten aus seiner Vergangeheit hat, aber nicht in der Lage ist, diese "anzugehen" und daran positiv zu arbeiten.

Ich habe mittleile für mich (nicht nur wegen meiner Ehe)eine Psychotherapie angefangen, um zu sehen, was ich an mir ändern kann.

Vielleicht kann ich dann neue Wege gehen und in unserer Partnerschaft bewegt sich etwas und ich kann klarer sehen.

Ich sehe das auf jeden Fall als eine Chance.

P.S. Und noch etwas, es wäre vieles einfacher, wenn sich nicht so viele aus unserer Familie (Schwägerin; Schwiegermutter etc.) in unsere Ehe, gefragt oder ungefragt, einmischen würden, denn wie heißt es bekanntlich:" Zu viele Köche verderben den Brei."


Liebe Grüße

Eure Mama


Liebe ist eben nicht alles...
Es ist nicht leicht, wenn man der Überlegenere ist udn allen gegenüber rücksichtsvoll und gerecht zugleich sein möchte. Dabei entfernst du dich von deinen Wünschen und Vorstellungen und stehst sicher oft vor unlösbaren Situationen. Gut, dass du dir eine "Reflexionshilfe" genommen hast.

Ich war mal in einer ähnlichen Situation. Ich war voller Ärger, Wut über meine unerfüllten Wünsche und sah meine Bemühungen von meinem Damaligen (ob nun verschuldet oder unverschuldet) als sabotiert an. Ich war aber auch traurig und verzeihend mit ihm, weil ich dachte, er kann nicht anders und als Teil von mir darf er mein Leben auch mit-bestimmen.

Ich wünsche dir, dass dein Leben wieder zu dir passt und dass es dir und deinen Kindern gut geht.

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16. Dezember 2004 um 13:42

Das kommt mir irgendwie bekannt vor ...
" ... Aber mit meinem Mann kann man nicht logisch uber ein Thema diskutieren, er geht immer gleich unter die Gürtellinie und wird sehr sehr verletzend dabei. Er hat bei einer Meinungsverschiedenheit keine Worte, er kann nicht argumentieren und seine Meinung vertreten, er hat das glaube ich nie gelernt. ..."

Ich dachte auch lange Zeit, ich müsste das, was ich sagen will, nur anschaulich rüberbringen und sie würde es dann verstehen.

Ich hab einfach übersehen, dass sie Dinge gar nicht so sehen w o l l t e wie ich und sie hatte ihrerseits nicht die Möglichkeiten, mir das so rüber zu bringen. Also fühlte sie sich wie Dein Mann angegriffen und was macht der verletzte Mensch? Er keilt aus und schlägt um sich, also griff sie auf die Dinge zurück, von denen sie wusste, dass sie mich treffen (u.a. auch im Zusammenhang mit meiner Schwester, zu der ich ein sehr enges Verhältnis habe). Und so war es eigentlich über Jahre ein unentschiedener Machtkampf. Heute ist mir vieles bewußt, aber damals hab ich oft im eigenen Saft geschmort und bin aus dieser Schleife nicht rausgekommen.

Unser größtes Problem war die Erziehung der beiden Nachwuchskünstler. Wir vertraten teilweise entgegen gesetzte Ansichten und da half es mir recht wenig, meine Meinung noch so gut verargumentieren zu können.

Und irgendwann hab ich resigniert und gesagt 'Es geht nicht mehr'.

Heute, wo wir mehrere Jahre auseinander sind, können wir uns über viele Dinge wieder besser austauschen und haben einfach akzeptiert, dass wir in manchen Dingen eben nicht zusammenpass(t)en und ich denke heute, dass es unbedingt einer gemeinsamen Welle bedarf. Auch wenn man nicht immer gleicher Meinung ist, sollte es aber so sein, dass man wenigstens versteht, was den anderen antreibt und wie er tickt.

In dieser Hinsicht habe ich mir damals die falsche Frau ausgesucht. Ich hab die Bedeutung dieser 'Inkompatibilität', die mir von Beginn an nicht völlig unbekannt war, unterschätzt. Ich dachte, dass es durch andere Dinge, wo wir glänzend zusammen passten, kompensiert würde. Das war ein Trugschluß.

Von daher wünsche ich Dir, dass Deine Ehe Bestand hat, aber aus meiner Erfahrung würde ich vermuten, dass es irgendwann nicht mehr geht. Ich hab in Deiner kurzen Beschreibung einige Parallelen zu meiner Ehe gesehen.

LG

Larsen

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22. Dezember 2004 um 20:27
In Antwort auf helmut_12550923

Das kommt mir irgendwie bekannt vor ...
" ... Aber mit meinem Mann kann man nicht logisch uber ein Thema diskutieren, er geht immer gleich unter die Gürtellinie und wird sehr sehr verletzend dabei. Er hat bei einer Meinungsverschiedenheit keine Worte, er kann nicht argumentieren und seine Meinung vertreten, er hat das glaube ich nie gelernt. ..."

Ich dachte auch lange Zeit, ich müsste das, was ich sagen will, nur anschaulich rüberbringen und sie würde es dann verstehen.

Ich hab einfach übersehen, dass sie Dinge gar nicht so sehen w o l l t e wie ich und sie hatte ihrerseits nicht die Möglichkeiten, mir das so rüber zu bringen. Also fühlte sie sich wie Dein Mann angegriffen und was macht der verletzte Mensch? Er keilt aus und schlägt um sich, also griff sie auf die Dinge zurück, von denen sie wusste, dass sie mich treffen (u.a. auch im Zusammenhang mit meiner Schwester, zu der ich ein sehr enges Verhältnis habe). Und so war es eigentlich über Jahre ein unentschiedener Machtkampf. Heute ist mir vieles bewußt, aber damals hab ich oft im eigenen Saft geschmort und bin aus dieser Schleife nicht rausgekommen.

Unser größtes Problem war die Erziehung der beiden Nachwuchskünstler. Wir vertraten teilweise entgegen gesetzte Ansichten und da half es mir recht wenig, meine Meinung noch so gut verargumentieren zu können.

Und irgendwann hab ich resigniert und gesagt 'Es geht nicht mehr'.

Heute, wo wir mehrere Jahre auseinander sind, können wir uns über viele Dinge wieder besser austauschen und haben einfach akzeptiert, dass wir in manchen Dingen eben nicht zusammenpass(t)en und ich denke heute, dass es unbedingt einer gemeinsamen Welle bedarf. Auch wenn man nicht immer gleicher Meinung ist, sollte es aber so sein, dass man wenigstens versteht, was den anderen antreibt und wie er tickt.

In dieser Hinsicht habe ich mir damals die falsche Frau ausgesucht. Ich hab die Bedeutung dieser 'Inkompatibilität', die mir von Beginn an nicht völlig unbekannt war, unterschätzt. Ich dachte, dass es durch andere Dinge, wo wir glänzend zusammen passten, kompensiert würde. Das war ein Trugschluß.

Von daher wünsche ich Dir, dass Deine Ehe Bestand hat, aber aus meiner Erfahrung würde ich vermuten, dass es irgendwann nicht mehr geht. Ich hab in Deiner kurzen Beschreibung einige Parallelen zu meiner Ehe gesehen.

LG

Larsen

Ich muß gestehen,
daß ich beim lesen deines Postings sehr berührt war, weil ich mich und meine Ehe wiedererkannt habe.

Natürlich hofft man immer, daß wie Du auch schreibst, die Eigenschaften in denen wir nicht zusammen passen, von denen überrtoffen werden, in denen man sich gläzend versteht. (Hofffe man versteht mich, ich bin heute in ganz schlechter "Formulierlaune" )

Ich habe eine furchtbare Ehe meiner Eltern miterlebt, die 25 Jahre miteinander verheitratet waren und davon vielleicht 2 Jahre davon glücklich. Mein Vater kam aus einer zerütteten Familie und sehnte sich, wie ich, als er meine Mutter kennenlernte nach Geborgenheit und Zusammengehörigkeit. Meine Mutter kam aus einer äußerlich perfekt erscheinden Familie, und das hat meinen Vater so angezogen und fasziniert. So wie mich auch.

Zwar ist mein Mann auch Scheidungskind, aber nach außen hin, hat seine Familie trotzdem nie zerüttet oder gar völlig zerstritten gewirkt. So wie bei mir.

Ich habe zwar in meiner frühen Kindheit so etwas wie einen familiären Zusammenhalt kennengelernt und liebte alle Feste wo unsere Familie, mit allen Gerantionen zusammen kam, aber in der Jugend und im Erwachsenenalter habe ich das sehr vermisst.

Ich wollte das für mich und meine Kinder. Eine große und glückliche Familie, in der man zwar Höhen und Tiefen durchlebt, aber immer wieder auf beide Füße fällt, und weiß wo man hingehört.

Manche werden jetzt denken, man ist die naiv, aber das bin ich sicherlich nicht. Klar liebe ich meine rosa Brille, die ich ab und an extra aufsetze, um zu träumen und dem Alltag zu entfliehen.

Aber ich bin ansonsten pragmatisch und rational denkend.

Ich habe etwas über drei Jahre alleinerziehend gelebt, habe nach der Trennung meiner eigenen Eltern mehr "Arschtritte" bekommen als Verständnis und Zuwendung.
Als ich jung (22, für mich war es jung!!) ungewollt schwanger wurde, hat mir keiner geholfen. Jeder riet mir zu Abtreibung. Ich habe es allen zum Trotz geschafft, mein Abitur neben der Ausbildung fertig zu machen und meine Ausbildung mit "gut" abzuschließen. Und ich habe viel mehr als andere damals in meinem Alter gelernt ohne Hilfe auf meinen eigenen Beinen zu stehen.

Und deshalb hoffe ich mehr als alles andere, daß diese meine Ehe, noch eine Chance hat, und das etwas passiert, was mich, ihn und uns beide so verändert, so, daß wir unseren Weg gemeinsam weitergehen können.

Ich wünsche mir das so sehr.

Danke für Eure Erfahrungen und Statements....

Eure chrissi

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22. Dezember 2004 um 20:32
In Antwort auf jaltanien

Liebe ist eben nicht alles...
Es ist nicht leicht, wenn man der Überlegenere ist udn allen gegenüber rücksichtsvoll und gerecht zugleich sein möchte. Dabei entfernst du dich von deinen Wünschen und Vorstellungen und stehst sicher oft vor unlösbaren Situationen. Gut, dass du dir eine "Reflexionshilfe" genommen hast.

Ich war mal in einer ähnlichen Situation. Ich war voller Ärger, Wut über meine unerfüllten Wünsche und sah meine Bemühungen von meinem Damaligen (ob nun verschuldet oder unverschuldet) als sabotiert an. Ich war aber auch traurig und verzeihend mit ihm, weil ich dachte, er kann nicht anders und als Teil von mir darf er mein Leben auch mit-bestimmen.

Ich wünsche dir, dass dein Leben wieder zu dir passt und dass es dir und deinen Kindern gut geht.

Danke...
für deine sehr schön formulierte Antwort. Das hat mir echt gut getan.

Ich wünsche Dir besinnliche Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr 2005.

Liebe Grüße

mama

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23. Dezember 2004 um 10:14

Vielleicht kannst Du auch alleine in eine
Therapie gehen, oder erstmal Bücher zum Verbessern der Kommunikation lesen.

Sehr zu empfehlen ist: "Männer sind anders. Frauen auch" von John Gray.

Das ist ein klasse Buch zum Thema, das Männer Frauen oft falsch verstehen, und dann wütend werden. Und wie man das ändern kann. Vielleicht liest Du es erstmal selbst, und liest bestimmte Seiten Deinem Mann vor, die zutreffend sind? Dann kann man vielleicht "neutraler" bleiben, und streitet nicht gleich wieder miteinander.

Nur so ein Vorschlag... Ein Versuch wäre es ja wert, oder?

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