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Ist es überhaupt die Natur des Menschen in einer Zweierbeziehung zu leben?

14. September 2005 um 23:51

Hallo zusammen,

ich frage mich oft ob es für den Menschen überhaupt natürlich ist, in einer Zweierbeziehung zu leben. Ist es nicht so, dass uns die Gesellschaft und die Kirche etc die Zweierbeziehung sozusagen aufgedrängt. Ich habe manchmal das Gefühl, der Mensch würde von Natur aus keine Zweierbeziehung eingehen. Was ist Eure Meinung? Ist die Zweierbeziehung eine Erfindung der Gesellschaft/Kirche etc oder entspricht sie effektiv unserer Natur?

Gruss fragender1

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15. September 2005 um 0:12

Ich..
..weiß nicht, ob es sowas wie "unsere Natur" so pauschal gibt. Vielleicht hat tatsächlich jeder seine eigene Veranlagung. Wenn man das ganze evolutionstechnisch logisch betrachtet, wäre es auf den ersten Blick sinnvoller, wenn sich Frauen auf einen Partner pro Kind fixieren (als unterstützung bis es sich selbst versorgen kann) und Männer eben auf so viele Frauen, wie es ihre Mittel zulassen. Das ist aber zu vereinfacht gesprochen. Irgendwelche Affen, ich glaube, es waren Bonobos, pflegen Sex und Beziehungsbande als Mittel zur sozialen Entspannung - ich glaube, auf Dauer wäre so ein Verhalten gesünder, aber das ist natürlich ziemlich utopisch. Und es würe auch recht kurios anmuten, wenn eine Gruppe von Shopperinnen beim Ausverkauf sich erst mal kollektiv einen runterholen würde, weil es "die sozialen Spannungen abbaut". Dafür sind wir einfach "zu sehr Mensch" - was besagt, das Eifersucht doch irgendwie angeboren zu sein scheint. Zumindest bei den meisten.
Im Endeffekt denke ich, dass die Monogamie durch die Kirche und Gesellschaft wohl zu irgendeinem guten Grunde eingeführt wurde, also wohl seinen Sinn gehabt haben wirde - und sei es auch nur, um rechtliche Fragen gegangen. (aber da viele Frauen ja sicherlich ihren Partner nicht einfach so teilen würden - und Männer auch nicht so ohne weiteres ihre Partnerin, kann es durchaus sein, dass Eifersucht tatsächlich menschlich ist und uns als monogame Wesen determiniert. Naja, monogam ist wohl das falsche Wort: eher besitzergreifend, denn wer würde wohl nicht mehrere Partner haben wollen, wenn es "in Ordnung" wäre - und der andere keine haben dürfte?)


Ich persönlich jedenfalls könnte mir durchaus vorstellen, mehrere Menschen zu lieben - nur, weil ich noch jemanden liebe, heißt das ja nicht, dass alle anderen zu kurz kommen..aber ich bin da ohnehin etwas undurchschnittlich, denke ich.

..frei nach dem Motto "wenn mein Freund doch nur meine Freundin mögen würde - wir könnten so glücklich sein!"

Grüße,

das fraeulein wunder

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15. September 2005 um 10:17
In Antwort auf malou_12774318

Ich..
..weiß nicht, ob es sowas wie "unsere Natur" so pauschal gibt. Vielleicht hat tatsächlich jeder seine eigene Veranlagung. Wenn man das ganze evolutionstechnisch logisch betrachtet, wäre es auf den ersten Blick sinnvoller, wenn sich Frauen auf einen Partner pro Kind fixieren (als unterstützung bis es sich selbst versorgen kann) und Männer eben auf so viele Frauen, wie es ihre Mittel zulassen. Das ist aber zu vereinfacht gesprochen. Irgendwelche Affen, ich glaube, es waren Bonobos, pflegen Sex und Beziehungsbande als Mittel zur sozialen Entspannung - ich glaube, auf Dauer wäre so ein Verhalten gesünder, aber das ist natürlich ziemlich utopisch. Und es würe auch recht kurios anmuten, wenn eine Gruppe von Shopperinnen beim Ausverkauf sich erst mal kollektiv einen runterholen würde, weil es "die sozialen Spannungen abbaut". Dafür sind wir einfach "zu sehr Mensch" - was besagt, das Eifersucht doch irgendwie angeboren zu sein scheint. Zumindest bei den meisten.
Im Endeffekt denke ich, dass die Monogamie durch die Kirche und Gesellschaft wohl zu irgendeinem guten Grunde eingeführt wurde, also wohl seinen Sinn gehabt haben wirde - und sei es auch nur, um rechtliche Fragen gegangen. (aber da viele Frauen ja sicherlich ihren Partner nicht einfach so teilen würden - und Männer auch nicht so ohne weiteres ihre Partnerin, kann es durchaus sein, dass Eifersucht tatsächlich menschlich ist und uns als monogame Wesen determiniert. Naja, monogam ist wohl das falsche Wort: eher besitzergreifend, denn wer würde wohl nicht mehrere Partner haben wollen, wenn es "in Ordnung" wäre - und der andere keine haben dürfte?)


Ich persönlich jedenfalls könnte mir durchaus vorstellen, mehrere Menschen zu lieben - nur, weil ich noch jemanden liebe, heißt das ja nicht, dass alle anderen zu kurz kommen..aber ich bin da ohnehin etwas undurchschnittlich, denke ich.

..frei nach dem Motto "wenn mein Freund doch nur meine Freundin mögen würde - wir könnten so glücklich sein!"

Grüße,

das fraeulein wunder

Vielen Dank...
... für Deinen Beitrag. Schön zu sehen, dass ich nicht der einzige bin, der so denkt. Ich wünschte mir, man könnte mit diesem Thema etwas lockerer umgehen in unserer Gesellschaft. Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass man im Laufe eines Lebens eine Menge anderer, faszinierender Menschen kennenlernt. Wieso soll man diese nicht auch lieben dürfen. Ich denke wir unterdrücken diese Gefühle weil man dies in unserer Gesellschaft/Kirche nicht akzeptiert. Ich kann dies akzeptieren und ich wünschte mir, andere könnten dies auch.

Viele Grüsse
fragender1

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15. September 2005 um 13:40
In Antwort auf tyge_12264448

Vielen Dank...
... für Deinen Beitrag. Schön zu sehen, dass ich nicht der einzige bin, der so denkt. Ich wünschte mir, man könnte mit diesem Thema etwas lockerer umgehen in unserer Gesellschaft. Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass man im Laufe eines Lebens eine Menge anderer, faszinierender Menschen kennenlernt. Wieso soll man diese nicht auch lieben dürfen. Ich denke wir unterdrücken diese Gefühle weil man dies in unserer Gesellschaft/Kirche nicht akzeptiert. Ich kann dies akzeptieren und ich wünschte mir, andere könnten dies auch.

Viele Grüsse
fragender1

Wieso..
..unterdrückst Du Deine Gefühle?
Ich denke, dass es prinzipiell egal ist, was man "hinter verschlossenen Türen" macht, solange man niemandem schadet und solche Beziehungen daher durchaus leben kann. Klar, eine rechtliche Gleichstellung wird es wohl nie geben, aber immerhin wird man hier zu lande nicht verfolgt, wenn man einen Freund UND eine Freundin hat.
Allerdings muss man dafür, seinen Partner in gewisser Hisicht "frei" zu geben ziemlich stark sein, denke ich. Und dass das "stark" und nicht "blöd" ist, sollte zumindest mal zu verstehen/ nach zu vollziehen versucht werden.
Ob man damit aber viele Freunde haben wird, sei mal dahingestellt. Es ist leider so, dass viele Menschen erstmal "draufkloppen" und dann (aber auch nur eventuell) nachdenken - andersherum wäre es besser, auch wenn man meiner Meinung nach auf das "Kloppen" ganz verzichten sollte. Selbst wenn man etwas nicht unbedingt nachvollziehen kann, soll man die Leute doch nach ihrer Facon selig lassen werden.

Darf ich fragen, ob Du nur so denkst, oder ob Du auch so lebst?

Grüße,

das fraeulein wunder

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15. September 2005 um 14:20
In Antwort auf malou_12774318

Wieso..
..unterdrückst Du Deine Gefühle?
Ich denke, dass es prinzipiell egal ist, was man "hinter verschlossenen Türen" macht, solange man niemandem schadet und solche Beziehungen daher durchaus leben kann. Klar, eine rechtliche Gleichstellung wird es wohl nie geben, aber immerhin wird man hier zu lande nicht verfolgt, wenn man einen Freund UND eine Freundin hat.
Allerdings muss man dafür, seinen Partner in gewisser Hisicht "frei" zu geben ziemlich stark sein, denke ich. Und dass das "stark" und nicht "blöd" ist, sollte zumindest mal zu verstehen/ nach zu vollziehen versucht werden.
Ob man damit aber viele Freunde haben wird, sei mal dahingestellt. Es ist leider so, dass viele Menschen erstmal "draufkloppen" und dann (aber auch nur eventuell) nachdenken - andersherum wäre es besser, auch wenn man meiner Meinung nach auf das "Kloppen" ganz verzichten sollte. Selbst wenn man etwas nicht unbedingt nachvollziehen kann, soll man die Leute doch nach ihrer Facon selig lassen werden.

Darf ich fragen, ob Du nur so denkst, oder ob Du auch so lebst?

Grüße,

das fraeulein wunder

Ich denke nur so ...
aber es beschäftigt mich sehr. Der Grund weshalb ich nur denke ist, dass ich mit meiner Freundin zusammen lebe (wir sind nicht verheiratet) und mit ihr ein Kind habe. Würde ich ihr sagen, dass ich noch eine andere Frau liebe, würde meine Freundin dies als Ende unserer Beziehung betrachten. Dies muss meiner Meinung aber nicht sein. Ich möchte genau so da sein für sie und das Kind wie bis anhin. Aber ich möchte auch noch für eine andere Frau da sein (nicht im Sinne von einem Seitensprung sondern richtig). Dies würde meine Freundin aber nicht akzeptieren. Deshalb denke ich nur so und lebe nicht so. Ich frage mich aber wie lange ich dies noch aushalte...

Lebst Du so?

Viele Grüsse
fragender1

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16. September 2005 um 12:46

Never...
...der der unsere geschicte mal verfolgt und unserer natur auf die schliche geht indem er viel liest und sich schlau macht weiß, dass wir menschen nicht zur monogamie "gemacht" ist.

ob er sich selbst unterwirft und verzichtet oder nicht ist dann widerum sein problem..

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17. September 2005 um 15:48

Wow...
...vielen Dank für Deine Ausführung.
Ich denke, es gibt noch andere Gründe, weshalb Menschen ein Leben lang in einer Zweierbeziehung "ausharren". Zum einen ist es Bequemlichkeit und zum anderen die Angst davor, alleine zu sein. Zurzeit kann ich diese zwei Gründe sehr häufig in meinem Umfeld beobachten. Viele Paare sind eigentlich absolut unglücklich und unzufrieden in ihrer Beziehung, beklagen sich ständig, trennen sich aber nicht. Wieso? Man hat zusammen etwas aufgebaut, hat vielleicht Kinder, eine Wohnung etc. und man hat Angst, das eine oder andere aufgeben zu müssen. Zudem ist man nachher plötzlich wieder alleine. Deswegen höre ich oft: "Besser diese/diesen als keinen" oder "Abgesehen von meinem Partner gehts mir eigentlich gut. Wieso soll ich mich freiwillig in eine Situation bringen, von der ich nicht weiss wie das ganze ausgeht?". Den meisten fehlt der Mut, den Schritt in die "Freiheit" zu wagen...

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22. September 2005 um 9:46

Perfekt
....zum ausdrucken und an die Wand kleben geeignet...SUPER
WERNER!!!!

Danke Anjuna

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22. September 2005 um 13:53

....mir fehlen die Worte
...einfach nur wow...welch durchdachtes Schriftstück, Danke. Davon sollte es mehr geben!!

LG maxima

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2. Oktober 2005 um 5:04

Ehe
Es liegt in der Natur des Menschen,in einer Zweierbeziehung zusammenzuleben - nur so ist das Glück der Ehepartner und das Weiterbestehen der Menschheit gesichert!Nur so können die Kinder richtig aufgezogen werden.
Bei wechselnden Partnern kann keine Liebe (ich meine richtige Liebe,keine Gefühle) entstehen.Wer andere immer alleinläßt,wird irgendwann selber alleingelassen werden!
Die Ehe ist unverzichtbar und wird es bis zum Ende der Welt geben.Wenn wir davon abweichen,sind wir selbst die Leidtragenden.

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