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Mann im Midlife crisis

22. September 2006 um 20:05

Das wird eine lange Geschichte, ich werde versuchen sie einzukürzen:

wir sind 13 Jahre verheiratet, 3 Kinder.
ging schon immer nicht alles reibungslos, aber letztes Jahr sind wir ziemlich auseinander gewachsen.
Da hat er seine eigene Lösung gesucht und hat sich eine Freundin gesucht und gefunden. Habe ich via sein Handy rausgefunden, seitdem ist hier alles anders.

Paartherapie angefangen und endlich mal mit einander geredet. Haben uns wieder gefunden, waren zusammen traurig und haben geweint, haben auch wieder gelernt zusammen zu lachen.

Gerade traumhaften Urlaub mit der ganzen Familie gehabt.

Er liebt mich, wir kuscheln uns zum Tode...

Das Problem?

Er hat Angst dass es noch mal passiert.
Er sucht Selbstbestätigung indem er ausgeht und andere Frauen trifft (hat er in der Vergangenheit gemacht und weiß nicht wie es in der Zukunft wird)
Er liebt mich und die Kinder
Er will uns nicht verlieren
Am liebsten hätte er natürlich alles, weiß aber dass das nicht geht.
Schuldgefühle mir gegenüber machen es ihm schwer mich in die Augen zu gucken wenn ich traurig bin.

Wir sprechen über alles sehr offen und ehrlich, auch wenn es extrem weh tut.

Was soll ich denn jetzt machen? Ich mag ihn nicht verlieren, wir lieben uns beiden sehr. Muss ich jetzt Schluß machen weil er in der Zukunft was machen könnte was mir nicht gefällt?

Sorry, war lang, etwas wirr auch.
Wie lange dauert denn eigentlich ein Midlifecrisis, ich glaube, er steckt mitten drin...

Dank für Geduld.

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30. September 2006 um 15:36

Entscheidungshilfe ??
Ich stand vor ca. 1 Jahr vor einer ähnlichen Entscheidung.
Mir hat folgende Erkenntnis geholfen:
Der Mensch ist ein Individuum, leitet sich her aus dem lat. in-dividere, d.h. also nicht-teilbar.
Will ich mit einem Menschen zusammen bleiben, so muss ich ihm als Ganzes akzeptieren, mit seinen guten und schlechten Seiten.

Triffst du keine Entscheidung und bleibt ihr zusammen, dann musst du ihn mit all seinen Schwächen akzeptieren, d.h. du musst damit leben können. Und du solltest dich fragen, ob du damit auch gut (!!) leben kannst oder ob du dann ständig leidest oder irgendwann auch nur einfach abstumpfst und resignierst.

Triffst du eine Ent-scheidung, dann musst du dich - und das ist das, was so weh tut bei Trennung - auch von seinen guten Seiten verabschieden, mit der Chance, wieder ein lebenswertes und würdiges Leben zu führen.

Probleme mit dem Selbstwert löst man in einer Therapie, aber nicht indem man fremdgeht. Wenn er ausgeht und andere Frauen trifft, ist es doch nur eine Frage der Zeit, wann er die nächste Freundin findet (Wer suchet, der findet!) Ich glaube, auch dein Mann muss sich entscheiden.

Kein Mensch ändert sich, wenn er selbst keinen Grund dafür sieht. Der Grund kann nie von außen kommen (wegen der Frau, wegen der Kinder ,...), der muss schon von innen (meinetwegen) kommen. Von innen, damit meine ich, dass er tatsächlich darunter leiden muss. Und die meisten brauchen schon einen enormen Leidensdruck, damit sie bereit sind, etwas wirklich zu ändern, nicht nur zu versuchen (wobei ich es bedenklich finde, wenn es nicht einmal den Versuch gibt, weil welche Wichtigkeit hat für ihn denn eure Beziehung und deine Gefühle. Und ich finde es zählen Handlungen, nicht Worte ...

Und ganz wichtig: Bedenke das Thema Sicherheit. Du hast keinerlei Garantie, dass er immer ein Kondom benützt. Bei den heterosexuellen Frauen findet man heute die größte Ansteckungsrate mit HIV ...

Lg
Monika













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4. Oktober 2006 um 16:45
In Antwort auf janel_12049830

Entscheidungshilfe ??
Ich stand vor ca. 1 Jahr vor einer ähnlichen Entscheidung.
Mir hat folgende Erkenntnis geholfen:
Der Mensch ist ein Individuum, leitet sich her aus dem lat. in-dividere, d.h. also nicht-teilbar.
Will ich mit einem Menschen zusammen bleiben, so muss ich ihm als Ganzes akzeptieren, mit seinen guten und schlechten Seiten.

Triffst du keine Entscheidung und bleibt ihr zusammen, dann musst du ihn mit all seinen Schwächen akzeptieren, d.h. du musst damit leben können. Und du solltest dich fragen, ob du damit auch gut (!!) leben kannst oder ob du dann ständig leidest oder irgendwann auch nur einfach abstumpfst und resignierst.

Triffst du eine Ent-scheidung, dann musst du dich - und das ist das, was so weh tut bei Trennung - auch von seinen guten Seiten verabschieden, mit der Chance, wieder ein lebenswertes und würdiges Leben zu führen.

Probleme mit dem Selbstwert löst man in einer Therapie, aber nicht indem man fremdgeht. Wenn er ausgeht und andere Frauen trifft, ist es doch nur eine Frage der Zeit, wann er die nächste Freundin findet (Wer suchet, der findet!) Ich glaube, auch dein Mann muss sich entscheiden.

Kein Mensch ändert sich, wenn er selbst keinen Grund dafür sieht. Der Grund kann nie von außen kommen (wegen der Frau, wegen der Kinder ,...), der muss schon von innen (meinetwegen) kommen. Von innen, damit meine ich, dass er tatsächlich darunter leiden muss. Und die meisten brauchen schon einen enormen Leidensdruck, damit sie bereit sind, etwas wirklich zu ändern, nicht nur zu versuchen (wobei ich es bedenklich finde, wenn es nicht einmal den Versuch gibt, weil welche Wichtigkeit hat für ihn denn eure Beziehung und deine Gefühle. Und ich finde es zählen Handlungen, nicht Worte ...

Und ganz wichtig: Bedenke das Thema Sicherheit. Du hast keinerlei Garantie, dass er immer ein Kondom benützt. Bei den heterosexuellen Frauen findet man heute die größte Ansteckungsrate mit HIV ...

Lg
Monika













Danke!
Liebe Monika!

Danke für deine ausführliche Antwort.
Es tut weh, das ganze zu lesen, vor allem, weil ich weiß,dass es wahr ist. Wahrheit tut wahrscheinlich immer am meisten weh.

Ich treffe jetzt noch keine Entscheidung. Bin noch nicht mal fertig mit der Verarbeitung der ganze Sache.

Es wäre auch einfacher wenn ich nicht immer die Sache von allen Seiten betrachten würde, sprich auch alles aus seiner Sicht zu sehen.

Na ja, wir machen mal fröhlich unsere Eheberatung weiter und schauen mal wo, wann oder ob das Schiff strandet.

Nochmals danke, dass du dir die Mühe genommen hast, so ausführlich zu antworten.

Wie ist es bei dir dann ausgegangen?

Gruss
Nobarbie


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6. Oktober 2006 um 0:42
In Antwort auf elsa_12072966

Danke!
Liebe Monika!

Danke für deine ausführliche Antwort.
Es tut weh, das ganze zu lesen, vor allem, weil ich weiß,dass es wahr ist. Wahrheit tut wahrscheinlich immer am meisten weh.

Ich treffe jetzt noch keine Entscheidung. Bin noch nicht mal fertig mit der Verarbeitung der ganze Sache.

Es wäre auch einfacher wenn ich nicht immer die Sache von allen Seiten betrachten würde, sprich auch alles aus seiner Sicht zu sehen.

Na ja, wir machen mal fröhlich unsere Eheberatung weiter und schauen mal wo, wann oder ob das Schiff strandet.

Nochmals danke, dass du dir die Mühe genommen hast, so ausführlich zu antworten.

Wie ist es bei dir dann ausgegangen?

Gruss
Nobarbie


??
Liebe Nobarbie,
vielleicht tut die Wahrheit am meisten weh, die man schon kennt, aber noch nicht wahrhaben will/kann.
Ich glaube, dass es sehr gut ist mit der Entscheidung zu warten. Je sicherer du dir bist, umso besser kannst du dann danach damit leben.
Ich weiß nicht, wie frisch deine Wunde ist, aber in Krisensituationen (und so eine Krise kann ja ganz schön lange dauern) ist es wohl sowieso nicht wirklich günstig eine Entscheidung zu treffen.
Bei mir gab es immer diese Widersprüche zwischen

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6. Oktober 2006 um 0:46
In Antwort auf elsa_12072966

Danke!
Liebe Monika!

Danke für deine ausführliche Antwort.
Es tut weh, das ganze zu lesen, vor allem, weil ich weiß,dass es wahr ist. Wahrheit tut wahrscheinlich immer am meisten weh.

Ich treffe jetzt noch keine Entscheidung. Bin noch nicht mal fertig mit der Verarbeitung der ganze Sache.

Es wäre auch einfacher wenn ich nicht immer die Sache von allen Seiten betrachten würde, sprich auch alles aus seiner Sicht zu sehen.

Na ja, wir machen mal fröhlich unsere Eheberatung weiter und schauen mal wo, wann oder ob das Schiff strandet.

Nochmals danke, dass du dir die Mühe genommen hast, so ausführlich zu antworten.

Wie ist es bei dir dann ausgegangen?

Gruss
Nobarbie


Hoppla
habe nochmals ausführlich geantwortet, aber leider ist irgendwas schief gegangen und jetzt ist der ganze Text weg.
Bin jetzt schon müde, schreibe demnächst weiter... Sorry

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16. Oktober 2006 um 22:22
In Antwort auf janel_12049830

??
Liebe Nobarbie,
vielleicht tut die Wahrheit am meisten weh, die man schon kennt, aber noch nicht wahrhaben will/kann.
Ich glaube, dass es sehr gut ist mit der Entscheidung zu warten. Je sicherer du dir bist, umso besser kannst du dann danach damit leben.
Ich weiß nicht, wie frisch deine Wunde ist, aber in Krisensituationen (und so eine Krise kann ja ganz schön lange dauern) ist es wohl sowieso nicht wirklich günstig eine Entscheidung zu treffen.
Bei mir gab es immer diese Widersprüche zwischen

Spät aber doch: Fortsetzung
Also bei mir gab es immer diese Widersprüche zwischen Bauch und Kopf. Und irgendwie habe ich mich auch immer dafür verantwortlich gefühlt, für meinen Mann "mitzudenken". Immer Rücksicht genommen, warum er so handelt oder so nicht handelt...

Ich wollte auch eine Paartherapie machen, aber er war nicht dazu bereit, also bin ich in Einzelberatung gegangen. Heute bin ich darüber froh. Weil PaartherapeutInnen doch meist sehr neutral bleiben. Meine Therapeutin hat sich jedoch ganz auf mich und meine Bedürfnisse konzentriert.
Und das war gut so. Letzendlich kannst du niemanden ändern, du kannst nur dein eigenes Verhalten ändern. (Und damit erzielst du dann natürlich auch eine Wirkung auf dein Gegenüber).

Für mich war es auch ganz wichtig, dass ich keine schnelle Entscheidung getroffen habe. Das war eine ganz stimmige Entscheidung (zwischen Kopf und Bauch stimmig), die ich bis jetzt nicht bereut habe.
Ich hatte auch mehrere Anläufe. Alleine und mit kurzfristiger therapeutischer Hilfe. Mir hat es sehr geholfen, bei der Therapie "dranzubleiben". Ich habe mich früher sehr oft einlullen lassen. Da gab es eine Beruhigung der Situation, die passenden Worte meines Mannes (natürlich wusste er, was ich hören "will"), irgendwie haben wir uns arrangiert ... bis zur nächsten Krise. Irgendwann kam dann auch Resignation meinerseits und dann die Erkenntnis "Ich habe doch was besseres verdient."
Also wurde mein Mann zum Ex-Mann. Mit vielen Tränen und Traurigkeit, aber auch mit einer großen Erleichterung und einem herrlichen Befreiungsgefühl.

lg
Monika

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