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Scheitern

19. Dezember 2005 um 22:15

Hallo, nachdem ich mich jetzt durch einige Foren und Beiträge geklickt habe, stellt sich für mich eine wesentliche Frage:

Woran liegt es, dass so viele Ehen nach relativ kurzer Zeit scheitern?
Bin jetzt mit meinem Freund seit knapp sechs Jahren zusammen, wir sind zwar nicht verheiratet, aber anscheinend länger zusammen, als viele Ehen halten.
Da wir beide auf jeden Fall heiraten und Kinder haben wollen, beschäftigt mich das Thema schon sehr.
Wie kommt es, dass viele von Euch, die sich versprochen haben, sich zu lieben und zu ehren - in guten wie in SCHLECHTEN Tagen- sobald tatsächlich mal eine schlechte Zeit anbricht, und sie sich nicht mehr "100 % glücklich" fühlen, gleich an Trennung denken? Ist es heutzutage zu einfach, sich scheiden zu lassen, dass man nicht mehr darüber nachdenkt, wen man eigentlich heiratet?
Oder stellt man nach zehn Jahren von heute auf morgen fest, dass der Partner ein Geizhals ist, nicht im Haushalt hilft oder schlecht im Bett ist?
Waren die ersten Wochen, Monate, Jahren so rosarot, dass man das alles übersehen hat und dann plötzlich feststellt, dass man sich selbstverwirklichen muss?

Habt ihr gehofft, Euer Partner, Eure Partnerin ändert sich noch mit der Zeit und das hat dummerweise nicht geklappt?

Ich verstehe hier manchmal nicht, warum eigentlich noch geheiratet wird. Wegen der Geschenke und der Feier?

Bin wirklich nicht sehr christlich erzogen, aber irgendwie finde ich das dann doch eine Farce.

Natürlich habe ich Verständnis für jede Trennung, wenn Gewalt, Fremdegehen oder auch Abhängigkeiten von Drogen, Alkohol, Spielsucht dahinter stecken, die einem das Zusammenleben unmöglich machen, aber ansonsten vertrete ich die Ansicht, dass man nicht gleich bei den ersten Schwierigkeiten aufgeben sollte.

Wenn es danach ginge, wären meine Eltern vermutlich auch schon mehrfach geschieden, da sind früher, als ich Kind war, auch mal die Fetzen (verbal) geflogen. Aber sie haben sich immer wieder zusammengerauft und sind heute fast 30 Jahre verheiratet und glücklich.

Also was ist es, was Eure Ehen zerbrechen lässt? Was kam plötzlich und unerwartet und was wurde bewusst übersehen?

Bin gespannt auf Eure Antworten!

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20. Dezember 2005 um 8:19

...
Guten Morgen Inselmaus

Du sprichst mir aus der Seele. Ich frage mich auch immer wieder, warum Paare eigentlich heiraten, wenn ein Großteil davon sich ja sowieso gleich wieder scheiden lässt.

Ich bin nun mit meinem Schatz knapp 6 1/2 Jahre zusammen und seit gut eineinhalb Jahren verheiratet. Wir sind immer noch genauso glücklich wie in den "Anfängen". Klar - das Zusammenleben hat sich durch den Alltag verändert und ist nicht mehr so wie in der Zeit des Kennenlernens. Aber es ist mindestens genauso schön. Man wächst zusammen, man lebt zusammen und ich könnte mir ein Leben ohne ihn einfach nicht mehr vorstellen. *kitschig anhört* Meinungsverschiedenheiten oder dass mal die Fetzen fliegen - das ist doch völlig normal. Das ist überall so und völlig in Ordnung, solange man sich immer wieder zusammenrauft.

Ich denke, dass die Leute oft viel zu früh aufgeben. Da wird sich mal gestritten, da ist man mal anderer Meinung, man "tröstet" sich viell. zwischendurch mal mit jemand anderen und schwups ist die Beziehung vorbei. Heutzutage wird doch meistens nicht mehr um die Ehe gekämpft!

Genau so gut wird gleich zwei oder drei Monate nach dem Kennenlernen geheiratet, weil man ja sooo verliebt ist (und alles durch die rosarote Brille sieht) und dann stellt man doch fest, dass es doch nicht der richtige Partner ist, weil ... und dafür gibt es tausend Gründe.

Natürlich muss jeder selber wissen, wie er es mit der Ehe handhabt, aber ich finde, dass man erst einmal eine gewisse Zeit zusammen sein und auch schon mal gemeinsam wohnen sollte, bevor man den großen Schritt macht.

Hochzeit unterschätzen viele ... Ach, da heirate ich halt mal ... Den Sinn, der dahinter steckt, verstehen die wenigsten.

Ich finde es v. a. bei Promis immer ganz nett, wie z. B. Britney Spears und ihr Kevin. DAS Traumpaar schlechthin, sie lieben sich ja sooo sehr, drehen extra ne Sendung zusammen, damit es auch ja jeder mitbekommt und was ist jetzt? Der Rosenkrieg steht an ... Ich bin nur bei Sarah & Marc gespannt, wie lange es bei denen hält. Ich würde es ihnen ja wünschen, aber ich glaube nicht, dass das Ehe auf Dauer ist ...

Viele Grüße
Manuela

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20. Dezember 2005 um 8:34

Sehe es genauso
aber eines vorweg: Meine Großeltern waren über 50 Jahre verheiratet. Aber glücklich waren sie nicht.

Aber ich finde schon, daß man heutzutage genausoschnell heiratet wie man sich trennt. Da muß sich ein Partner auf einmal selbst verwirklichen o.ä. Ich sehe die Ehe nicht als Last, sondern im gegenteil. Aber sie besteht aus zwei unterschiedlichen Menschen. Mit den Freiräumen, die jeder für sich braucht, gemeinsamen Interessen und Freunden, gegenseitigem Respekt kann eine Ehe aber auch trotz Meinungsverschiedenheiten sehr gut funktionieren.

Eine gewisse Toleranz und Kompromissbereitschaft gehört natürlich auch dazu. Aber das fehlt den meisten. Leider.

Ich habe das erste Mal mit 20 geheiratet, also viel zu jung. Das ging in die Brüche, weil wir uns vorher zu wenig um uns selber gekümmert hatten. Aber die Erfahrungen, die ich in meiner ertsen Ehe gesammelt habe, kommen mir jetzt zugute. Wenigstens ein positiver Aspekt.

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21. Dezember 2005 um 8:16

Wegwerfgesellschaft !!
Ich denke, wir leben mehr und mehr in einer Wegwerfgesellschaft. Es ist doch schon in vielen Beziehungen so, daß beim kleinsten Streit oder bei einer kleinen Meinungsverschiedenheit die Flinte ins Korn geworfen wird und Schluß ist.

Den Sinn einer Ehe haben diese Leutchen dann aber nicht so ganz verstanden.

SUPERGROBI

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